Entstehung und Entwicklung bis 1950

Begonnen hat alles in Tewel anno 1888, und zwar im Häuslingshaus auf dem Peetshof (Böhling) an der Platenkamper Straße 10.
Hier legte der damals 25jährige Zimmermann Friedrich Möhlmann, geboren am 24. März 1863, zusammen mit seiner Ehefrau Anna-Marie, geb. Heitmann, aus Hemslingen den Grundstein für eine Werkstatt zur Herstellung von landwirtschaftlichen Geräten, wie Heuharken, Sensenbäume, Kornstrüh und weitere Werkzeug- und Gerätestiele.
Friedrich Möhlmann hatte das Zimmermannshandwerk von Grund auf erlernt und kannte somit die vielfältigen Eigenschaften des Werkstoffes "Holz". Das erforderliche Eschenstammholz und die Reiserstangen (dünnes Fichtenholz) kaufte er in der näheren Umgebung. Es wurde selbst eingeschlagen und mit Pferdefuhrwerken zum Betrieb transportiert. Die Bearbeitung erfolgte mit einfachen Handwerkzeugen, wie Spaltbeil, Zugmesser, Handhobel und einer Drechselbank, die über eine Schnur mit dem Fuß angetrieben wurde. Abnehmer der hergestellten Artikel waren Landwirte, Schmiedemeister und Gemischtwarengeschäfte.

Im Jahre 1909 kaufte Friedrich Möhlmann eine Bandsäge, die per Hand über eine Drehkurbel in Betrieb gesetzt wurde. Da dies eine körperlich schwere Arbeitsweise war, hat man im folgenden Jahr (1910) einen Benzinmotor und neue Bandsägen in Betrieb genommen. Durch diese neue Antriebskraft konnten immer mehr Maschinen über Transmission und Vorgelege betrieben werden.
Um den Betrieb vergrößern zu können, erwarb Friedrich Möhlmann nach dem ersten Weltkrieg (1918) den Ortmannshof in Tewel an der Dorfstraße 39. Da hier nur das Wohnhaus mit Stallgebäude zur Verfügung stand, mußte schon bald eine neue Werkstatt gebaut werden. Auf diesem Hof wurde zusätzlich Landwirtschaft und ab 1920 auch eine Lohndrescherei betrieben.
Neben den beiden Söhnen Wilhelm und Otto wurden drei weitere Mitarbeiter beschäftigt. Der Betrieb entwickelte sich für damalige Verhältnisse zu einem florierenden Geschäftsbetrieb.
Im Jahre 1923 wurde die Ortschaft Tewel an des elektrische Stromnetz angeschlossen und somit auch die Stielmacherei. Nun hatte der Benzinmotor ausgedient. Die Maschinen wurden seitdem mit Elektromotoren angetrieben.
Am 1. Juli 1934 teilte Friedrich Möhlmann die Erwerbszweige auf: Die Landwirtschaft und die Lohndrescherei wurden seinem Sohn Wilhelm, geb. 27. 2.1890, und dessen Ehefrau Minna übergeben, die Stielmacherei an seinen Sohn Otto, geb. 4.11.1900, und dessen Ehefrau Minna, geb. Riebesehl. Otto  Möhlmann führte den Betrieb im Sinne seines Vaters fort.
Während des zweiten Weltkrieges mußte er am Kriegsdienst teilnehmen. Zunächst versuchte seine Ehefrau Minna den Betrieb mit zwei Mitarbeitern und ihrem außergewöhnlichen Fleiß und Ehrgeiz aufrecht zu erhalten. Dies gelang ihr bis zum Ende des Jahres 1942. Die im März 1940 neu angeschaffte Rundstabhobelmaschine »COSMA« wurde von der Wehrmacht beschlagnahmt und mußte einem Betrieb in Bergen bei Celle zur Herstellung von Wehrmachtsteilen zur Verfügung gestellt werden. Dies war der Grund für eine vorübergehende Stillegung des Betriebes.
Am 1. April 1945 verstarb Friedrich Möhlmann nach kurzer Krankheit im Alter von 82 Jahren.
Als Otto Möhlmann nach Ende des zweiten Weltkrieges vom Kriegsdienst und aus der Gefangenschaft am 30. Juli 1945 nach Hause zurückkehrte, begann er mit seinem Sohn Rolf den Betrieb wieder aufzunehmen. Die Rundstabhobelmaschine konnte unbeschädigt wieder abgeholt und in Betrieb genommen werden. Es begann eine schwere Zeit. Zum Glück waren die Gebäude durch Kriegseinwirkung nicht beschädigt, obwohl in Tewel am 19. April 1945 18 Höfe mit ihren Gebäuden total zerstört wurden. Besonders betroffen war der Ortsteil Jerusalem, beginnend mit dem westlichen Nachbarhof August Heuer.
Die Produktion lief langsam an.
Neben Stielen und Erntegeräten wurden Steigleitern und Wagenleitern für Erntewagen hergestellt sowie gedrechselte Geschenk- und Haushaltsartikel, Schalen, Teller und Lampenständer aus den verschiedenen heimischen Holzarten. Um das Holz bis zum letzten Stück auszunutzen, wurden auch Wäscheklammern angefertigt. Denn Holz war zu dieser Zeit Mangelware und konnte nur auf Bezugschein oder im Tauschgeschäft beschafft werden. Die Deutsche Reichsmark verlor immer mehr an Wert, bis zum 20. Juni 1948. Der »Tag der Währungsreform« brachte die Wende zum wirtschaftlichen Aufschwung. Die neue »D-Mark« hatte wieder Kaufkraft. Nahrungsmittel und Bekleidung, vor allem aber Holz konnten wieder eingekauft werden. In den von Bomben und Kriegseinwirkungen zerstörten Städten und Dörfern wurde mit den Aufräumungs- und Aufbauarbeiten verstärkt fortgefahren. Für diese Arbeit, die größtenteils mit Handwerkzeugen ausgeführt wurde, benötigte man natürlich auch Stiele aller Art. Die Nachfrage stieg, und die Produktion kam wieder auf Touren.
Durch Erbvertrag mußte die Stielmacherei auf dem Grundstück von Wilhelm Möhlmann, fünf Jahre nach dem Tod von Vater Friedrich Möhlmann (01.04.1945), geräumt werden.
1951 baute Otto Möhlmann auf seinem Grundstück Dorfstraße 41 neue Betriebsgebäude, die im Herbst bezugsfertig waren.
Der Kundenkreis vergrößerte sich von Jahr zu Jahr und machte weitere Investitionen erforderlich. Die Maschinen entwickelte man ständig weiter, größtenteils durch eigene Konstruktionen und Anfertigungen, bis der technische Standard den wirtschaftlichen Erfordernissen entsprach. Auch heute sind wir stets bemüht, diesen technisch hohen Stand durch Modernisierungen, Verbesserungen und Erweiterungen zu halten.

Einige wichtige Daten im Überblick:

1951
Neubau der Fertigungswerkstatt

1958
Einführung des Firmen-Qualitätszeichens »OMT«

1964
Bau einer größeren Holzlagerhalle zur Freilufttrocknung

1966
Inbetriebnahme eines Gabelstaplers zum rationellen Transport von Rund- und Schnitthölzern

1967
Am 1. Januar wird der Betrieb an den Sohn, den Drechslermeister Rolf Möhlmann, geb. am 18.8.1929, und seiner Ehefrau Gertrud übergeben.

Gertrud Mäöhlmann wurde in Pommern geboren und kam gegen Kriegsende in die Lüneburger Heide. 1953 wurde sie die Ehefrau von Rolf Möhlmann. Von Anfang an hat sie sich mit ganzer Kraft für das Wohl der Familie und des Betriebes eingesetzt.

1968
Im Frühjahr Befestigung des gesamten Betriebsgeländes mit Betonsteinen; Einführung der Drucklufttechnik im Betrieb

1969
Neubau der Sägehalle mit Horizontalgatter

1977
Anschaffung eines größeren neuen Gabelstaplers

1978
Einzug eines Büro-Computers für Fakturierung und Lohnabrechnung

Von Juni 1978 bis Ende 1981 war der älteste Sohn von Rolf und Gertrud Möhlmann, der Drechslermeister und Holztechniker Werner Möhlmann, im Betrieb beschäftigt, der am 1. Januar 1982 eine Drechslerei in Bremen selbständig übernahm.

1980
Neubau der zweiten Holzlagerhalle mit Fertiglager, Garagen und Sozialräumen

1982
Am 1. März ist der zweite Sohn, der Dipl.-Ing. Bernd Möhlmann, geb. 11.1.1958, nach abgeschlossenem Maschinenbaustudium in den Betrieb eingetreten. Der zukünftige Betriebsnachfolger nimmt an der technischen und kaufmännischen Entwicklung des Betriebes großen Anteil.

1983
Erweiterung des Wohnhauses mit Büro

1988
100jähriges Geschäftsjubiläum

1988
Heirat von Bernd Möhlmann und Heide Inselmann aus Schneverdingen, Hof Höpen.

1989
Anschaffung einer Tampondruckmaschine zum Bedrucken und Kennzeichnen (Strichcode) von Werkzeugstielen.

1990
Tod von Otto Möhlmann im Alter von 89 Jahren.

1991
Tod des Geschäftsinhabers Rolf Möhlmann im Alter von 61 Jahren.
Übernahme des Betriebes von Bernd Möhlmann und seiner Frau Heide.

1992
Bau einer neuen Holzlagerhalle.

1993
Tod von Minna Möhlmann im Alter von 89 Jahren.
Geburt von Tim Möhlmann (26.7.93).

1994
Anbau einer neuen Fertigungshalle.

1999
Aufbau einer Produktionsstätte von Besen- und Gerätestielen als Teilhaber in Paraguay.

Der Betrieb hatte immer einen Stamm von tüchtigen und zuverlässigen Mitarbeitern. Die enge Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Betrieb spiegelt sich deutlich in der Tatsache wieder, daß einige Beschäftigte 20 und 30 Jahre dem Unternehmen die Treue gehalten und so maßgeblich am Aufbau der Firma mitgewirkt haben. Ihnen gilt ein besonderer Dank:

Otto Witte, Oktober 1945 bis Februar 1966

Ewald Kremer, seit März 1958 (noch heute für einige Stunden im Betrieb tätig)

Franz Maß, März 1962 bis Oktober 1976

Gerhard Vahlke, April 1966 bis Mai 1984

Manfred Lehmann, Februar 1969 bis Dezember 2001

Heinz Gevers, Oktober 1971 bis Januar 1987

Gerhard Teske, Juni 1980 bis März 1987

Bodo Bosselmann, seit Juni 1984

Henning Schlumbohm, seit März 1990

Thomas Teske, seit Oktober 1990

Frank Vespermann, von Februar 1992 bis Dezember 1999

Heike Schlumbohm, seit Februar 1995 (Aushilfe)

Johann Bellmann, seit Januar 1999

Sascha Niemeyer, seit Juni 2000

Christoph Cordes, von August 2001 bis Juli 2002

Dieter Möhlmann, seit Juli 2002

Frank Isensee, seit Juli 2002

Die Gesamtzahl der tätigen Mitarbeiter bewegte sich in den letzten Jahren zwischen sieben und neun Personen.